

Dr. Rolf Griebel, Dr. Marcel
Huber, Dr. Klemens Gsell,
Prof. Birgit Dankert, Eva
Homrighausen (v.r.)

Musizierende Schüler
Der erste Bayerische Schulbibliothekstag am 26. Oktober 2009 stieß auf eine große Resonanz. Von 700 Anmeldungen konnten nur ca. 250 zugelassen werden, da der Tagungsort, das Kommunikations- und Bildungszentrum „südpunkt" in Nürnberg, mit seiner Kapazität damit ausgereizt war. Gleichzeitig verweist dieses große Interesse auf die Dringlichkeit von Fortbildungsangeboten speziell für Lehrer und die Bibliotheksbeauftragten an den Schulen. Hermann Ruch, Referent beim Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung (ISB), stellte in seiner Begrüßungsrede deshalb in Aussicht, dass die Veranstalter eine Wiederholung des Schulbibliothekstags im Januar 2010 organisieren. Interessenten, die nicht zur Erstveranstaltung zugelassen werden konnten, werden über den Wiederholungstermin rechtzeitig informiert.
Veranstalter war das ISB in Zusammenarbeit mit der Landesfachstelle für das öffentliche Bibliothekswesen sowie dem Pädagogischen Institut der Stadt Nürnberg (PI) und der Stadtbibliothek Nürnberg mit Unterstützung des Bayerischen Bibliotheksverbands.
Der für die Schulen zuständige, dritte Bürgermeister Nürnbergs, Dr. Klemens Gsell, verwies auf die Anstrengungen seiner Stadt in Bezug auf das Schulbibliothekswesen und richtete an die Bildungspolitik die Aufforderung, in die Schulbaurichtlinien wieder Standards für Schulbibliotheksräume aufzunehmen.
Dr. Marcel Huber, Staatssekretär im Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus, nannte in seinem Grußwort Schulbibliotheken unverzichtbare Lernorte. Angesichts von vier Millionen funktionalen Analphabeten, die sich unser Land eigentlich nicht leisten könne, sei eine gut funktionierende Schulbibliothek ein wichtiger Baustein bei der Erfüllung des Erziehungs- und Bildungsauftrags.
Der Generaldirektor der Bayerischen Staatsbibliothek, Dr. Rolf Griebel, bezeichnete die Schulbibliotheken als Schnittstellen zu öffentlichen und wissenschaftlichen Bibliotheken. Die Fachkompetenz von Bibliotheken manifestiere sich auch im Gütesiegel „Bibliotheken – Partner der Schulen". Insgesamt, so der Generaldirektor, sind die Bibliotheken die größten Leseförderer im Land.
In ihrem Festvortrag skizzierte Prof. em. Birgit Dankert (Hamburg) Praxis und Perspektiven von Schulbibliotheken. Zwar gebe es in Deutschland einen kultur- und bildungspolitischen Konsens über die Notwendigkeit von gut eingerichteten Schulbibliotheken, bei der praktischen Umsetzung dieser Forderung existierten aber noch viele Defizite.
Der Programmverlauf war in drei verschiedene Foren aufgeteilt: „Schulbibliotheken: Aufbau und Organisation", „Schulbibliothek und Unterricht" und „Partner der Schulbibliothek: ÖB, WB, Medienzentren" sowie einem Forum mit möglichen externen Partnern. Den Abschluss bildete eine Podiumsdiskussion zum Thema „Google, E-Book, Wikipedia – Brauchen wir noch Schulbibliotheken?".
Klaus Dahm, Leiter der BSB/Landesfachstelle zog das Fazit, dieser Schulbibliothekstag sei ein erster Schritt gewesen, um das Thema Schulbibliotheken in der Öffentlichkeit auf die Agenda zu bringen. Man müsse Schritt für Schritt an einer Verbesserung auf mittelfristige Sicht arbeiten. Wichtige Essentials, die dabei eine Rolle spielen, sind: Finanzierung, Anrechnungsstunden für das Schulbibliothekspersonal, Fortbildung, Ausarbeitung von Qualitätskriterien und Verankerung in der Schulbaurichtlinie.
Die Beiträge zum Schulbibliothekstag werden demnächst im
Leseforum Bayern zum Download angeboten.
Sechs Beiträge zum Schulbibliothekstag finden Sie auch im Weblog des Berufsverband Information Bibliothek e.V., Kommission für Fortbildung (FobiKom)
http://fobikom.wordpress.com